goedecke-engineering
Innovative Energiesystemlösungen
Energiemanagementsysteme


Energiemanagementsysteme



Ziel eines modernen Lastmanagements ist es, Leistungssparpotentiale zu ermitteln, optimal zu nutzen und damit zu möglichst niedrigen Energiekosten zu gelangen, ohne dabei den Produktionsablauf in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen.

Die Jahreshöchstleistung eines Abnehmers ergibt sich je nach EVU als Mittelwert aus zwei (oder drei ) höchsten Monatsmaxima. Diese wiederum werden im allgemeinen als -, - oder 1h- Leistungsmittelwerte ( Periodenmittelwert ) von einem Maximumzähler erfaßt und über den Abrechnungszeitraum hinaus gespeichert. Somit bestimmen nur wenige Augenblicke ( 2 oder 3 der etwa 35.000 möglichen Monatshöchstwerte) fast die Hälfte ( etwa 40% ) der Jahresenergiekosten. Ein Energiemanagementsystem garantiert bei sachgerechtem Aufbau und Anwendung die Einhaltung eines festen oder variablen Leistungsmaximums und sorgt damit für fest kalkulierbare Stromkosten. Das Prinzip eines Energiemanagementsystems basiert auf der Kontrolle des Leistungs- bzw. Arbeitsbezuges innerhalb der vom jeweiligen EVU festgelegten Meßperiode, z. B. einer Viertelstunde. Der Maximumzähler des Energieversorgungsunternehmens registriert die in der Meßperiode geleistete Arbeit. Gemessen wird nicht die Momentanleistung, sondern die Arbeit am Ende der 15-Minuten-Meßperiode dividiert durch die Meßperiodendauer, der -h-Leistungsmittelwert. Bei konstanter Last würde sich ein linear ansteigendes Arbeits-Zeit-Diagramm ergeben. Aufgrund betrieblicher Produktionsschwankungen wird auch bei exakt konstanter Grundlast die Periodenarbeit schwanken. Ein Energiemanagementsystem sorgt nun für die Einhaltung einer oberen Lastgrenze, indem bei drohender Überschreitung dieser Grenze Leistungsabschaltungen oder -reduzierungen nach vorgegebenen Strategien automatisch vorgenommen werden. Um eine hohe Leistungsreduzierung zu erzielen, sollten so viele Verbraucher wie möglich von einem Energiemanagementsystem überwacht und kontrolliert werden. Voraussetzung für das Einbeziehen ist die Speicherfähigkeit des Verbrauchers.

Beispiel: Der Stromvertrag

Für eine Einrichtung mit 150 Bewohnern läuft der Stromliefervertrag zum Jahresende aus. Es empfiehlt sich ein halbes Jahr vor Auslauf des Vertrages zu reagieren und einen neuen Vertrag auszuschreiben. Die Energieversorger verfahren in der Regel so, Sie auf den letzten Drücker zu informieren und setzen Sie unter Druck sich zu schnell zu entscheiden. Für unser Beispiel, an dem wir im Folgenden sehr viel lernen können, treffen wir folgende Annahmen:

Abrechnungsmenge HT - Preis: 363.240 KWh
Abrechnungsmenge NT - Preis: 228.780 KWh
Höchste Leistungsspitze: 230 KW
Stromsteueranteil ( HT u. NT ) 592.020 KWh
EEG / KWK - Anteil 592.020 KWh
Niederspannungsanschluss 400 V
Vollbenutzungsstunden 2.193


Sie gehen folgendermaßen vor:

  • Schauen Sie sich Ihren bestehenden Stromliefervertrag sowie die Abrechnungen des letzten Jahres einmal an und ermitteln so Ihre tatsächlichen spezifischen Kosten sowie den spezifischen Strompreis( /KWh ).( siehe Energiedatenerfassungsbogen ) Die Stromkosten beinhalten eine Vielzahl von Einzelpreisen, die alle in der Rechnung auftauchen müssen und die Gesamtkosten ergeben:

    HT - Preis Arbeitspreis Hochtarif Preis: 0,0450 ( /KWh )
    NT - Preis Arbeitspreis Niedertarif Preis: 0,0350 ( /KWh )
    Leistungspreis: 120,00 ( /KW/Jahr )
    Stromsteuer 0,0205 ( /KWh )
    EEG - Anteil 0,0055 ( /KWh )
    KWK - Anteil 0,0035 ( /KWh )
    Mehrwertsteuer  


  • Daraus ergibt sich für unser Beispiel:

    363.240 KWh * 0,0450 /KWh = 16.345,80
    228.780 KWh * 0,0350 /KWh = 8.007,30
    270 KW * 140,00 /KW/Jahr = 37.800,00
    592.020 KWh * 0,0205 /KWh = 12.136,41
    592.020 KWh * 0,0055 /KWh = 3.256,11
    592.020 KWh * 0,0035 /KWh = 2.072,07
    Stromkosten ( netto ) = 79.617,69
    Stromkosten ( brutto ) = 92.356,52
    Spezifischer Strompreis = 0,1254 /KWh


  • Sie sehen, das sich der scheinbar günstige Strompreis verdreifacht hat.

Welche Möglichkeiten bieten sich Ihnen hier Energiekosten zu senken ?

Da im Beispiel sehr hohe Leistungsspitzen zum Tragen kommen, macht es Sinn sich anhand Ihres Stromlastganges,
( 15 - Minuten - Mittelwerte des Stromverlaufs ) den Sie von Ihrem Energieversorger in der Regel kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, zu prüfen, ob weitere Einsparpotentiale durch Senkung der Stromleistungsspitzen erreicht werden können. Energiemanagementsysteme bieten hier eine hervorragende Möglichkeit Ihre Leistungsspitzen zu senken.

Leistungsspitzen-Diagramm

Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:

Erstellen Sie eine Liste aller elektrischen Verbraucher mit einer Leistung größer 5 KW. Notieren Sie anhand des Typenschildes den Hersteller, die Typbezeichnung, und die elektrische Anschlussleistung. ( KW )

Folgende Verbraucher eignen sich in der Regel sehr gut für den Einsatz mit Energiemanagementsystemen:

  • Kochkessel
  • Kippbratpfanne
  • Bratautomat
  • Herd
  • Friteuse
  • Spülmaschine
  • Convectomat
  • Tellerspender
  • Wärmewagen
  • Backofen
  • Spülmaschine
  • Waschmaschine
  • Trockner
  • Lüftungsanlage
  • Kälte- und Klimaanlage


Aus der erstellten Liste ermitteln Sie die sogenannte steuerbare Last und vergleichen anhand des Stromlastganges, wie hoch das Einsparpotential durch Absenken der Stromleistungsspitzen sein kann. Als Faustformel kann man alle Spitzen, die kleiner oder gleich einer halben Stunde anfallen, kompensieren. Wenden Sie sich an einen Spezialisten, der vergleichbare Systeme schon eingesetzt hat. Wir nehmen das Einsparpotential aus unserem Beispiel. Bei einem zu erwartendem Absenken der Leistungsspitze um 50 KW errechnet sich das Einsparpotential folgendermaßen:

70 KW * 140 / KW / Jahr = 9.800 / Jahr

Vollbenutzungsstunden: 2.960


PRODUKTE

 
 act TH web Webdesign & Webhosting